Samstag, 19. September 2009

neue Woche, neuer Bürokram...

In dieser Woche haben wir endlich unsere Verträge mit der russischen Uni unterschrieben und nach 3 Anläufen hat es dann endlich geklappt :) Jetzt bin ich offiziell Studentin an der RGPU und bin Besitzerin eines tollen Studentenausweises mit dem ich bei jedem Museum entweder gratis reinkommen oder ziemlich viel Rabatt bekomme :) In Russland ists nämlich oft so, dass man als Ausländer oft das 3fache des Preises zahlt, den die Russen zahlen müssen. Das ist nicht nett, kann man aber nicht ändern... Aber da ich jetzt mit den Russen über einen Kamm geschert worden bin, hat sich das Problem auch erledigt :)

Diese Woche war vor allem Fortgehtechnisch ziemlich heftig. Jeden Abend war irgendwas lustiges und meistens waren wir in unserer geliebten Wasch-Bar "Stirka 40 Gradusov" - was übersetzt soviel wie "Waschen bei 40 Grad" bedeutet. Das ist eine kleine Bar, die man auch als Waschsalon benützen kann. Meiner Meinung nach eine ziemlich geile Geschäftsidee, denn während man 3 Stunden auf seine Wäsche wartet, geht sich das eine oder andere Bier gemütlich aus und dort findet man auch immer jemanden, dem das Warten alleine auch zu fad wird :)
Trotzdem bin ich froh, dass ich in der Wohnung eine Waschmaschine hab, denn meine dreckige Wäsche zu waschen, während meine ganzen Freunde einen halben Meter neben mir ihr Bier trinken ist schon ein bissl komisch :)

Dienstag wollten wir ins Kino gehen und den neuen Film mit Katherine Heigl und Gerard Butler ansehen. Leider war aber sowas wie Kinotag und es hat nicht mehr genügend freie Plätze gegeben, also sind wir - wieder mal - ein gemütliches Bier trinken gegangen, bei dem es dann natürlich nicht geblieben ist :) Lustig wars auch, weil Thomas aus Wien dabei war. Wir haben uns vor 3 Jahren kennengelernt als ich zum ersten Mal in Russland war. Er hat damals die Sommerschule in Nizhnij Novgorod organisiert. Dasselbe macht er jetzt gerade, nur halt in St. Petersburg :) Olja, unsere Metro-Bekanntschaft, war auch dabei. :)

Am Mittwoch gings dann zum ersten Mal ab auf die philologische Fakultät, quasi die "richtige Uni", an der größtenteils Russen studieren. Ich studiere an einer anderen Abteilung der Uni - an der RKI, was soviel bedeutet wie Russisch als Fremdsprache. Wir waren also dort und haben in dem Labyrinth aus Gängen (manchmal fühlt man sich wie in Shining, lange Gänge, keine Menschenseele, die Lichter flackern bzw. sind gänzlich aus.. *wuhaaa* ) und verwinkelten Räumen ziemlich schnell den richtigen gefunden. In Russland ist es ja so, dass die jungen Leute schon mit 17 zu studieren beginnen, und der Altersdurchschnitt lag auch bei unserer Vorlesung "Russische Literatur des 19. Jahrhunderts" nicht weit drüber :) Das hat man dann auch während der Vorlesung gespürt, denn die jungen Leute haben sich überhaupt nicht für das interessiert, was die Professorin erzählt hat. Die Beschäftigungen gingen über Kartenspielen, Zeitschriften lesen, Hausübung schreiben oder einfach in normaler Lautstärke tratschen bis ins Unendliche. Die Vortragende, die übrigens wie ein wandelndes Skelett ausgesehen hat (nicht böse gemeint, aber an der war echt nicht mehr als Haut und Knochen dran, sowas hab ich noch nie gesehen, echt erschreckend.... ) :( hat dieses gekonnt ignoriert und einfach weitergeredet, leider die meiste Zeit so leise, dass man sie sowieso nicht verstanden hat.
Die erste halbe Stunde hab ich noch artig mitgeschrieben und meine Ohren gespitzt, aber danach wars vorbei mit der Geduld. Während die Studierenden immer lauter wurde, wurde die Prof immer leiser... Also hab ich dann die Zeit auch genützt und hab Hausübung gemacht :) Das war leider das erste und letzte Mal, dass ich auf dieser Fakultät eine Lehrveranstaltung besucht hab... Es hätte noch ein paar andere Alternativen gegeben, aber leider geht sich zeitlich nichts anderes aus als diese fade Vorlesung...

Nach diesem Reinfall sind wir dann gleich zu unserer Betreuerin gelaufen und haben die Verträge und das neue Visum klargemacht, was ca 2 Stunden gedauert hat. :( Das Visum, das ich jetzt habe, gilt ja nur bis Mitte November und mit ein bisschen Nachdruck, stellt sie uns jetzt das neue Visum bis Mitte Januar aus, d.h. zu Neujahr wirds kein Problem geben und ich kann die letzten Wochen in St. Petersburg richtig genießen, denn Uni ist ja da dann auch keine mehr :) Ich hab dann auch gleich die Studiengebühren bezahlt, denn die Österreicher müssen hier alles extra bezahlen, nicht so wie die Deutschen und Finnen z.Bsp, die eigentlich für gar nichts zahlen müssen, außer fürs Bier beim Fortgehn :)


Das Abendprogramm war auch sehr nett. Wir sind zum Finnischen Meerbusen gefahren und haben ein kleines Lagerfeuer gemacht mit total vielen anderen Austauschstudenden. Es war ziemlich kalt dort, aber voll schön!! wie man vielleich auch an den Photos sehen kann :) Zum Aufwärmen gings dann natürlich in die Stirka :)

Donnerstag abend waren wir wieder mal Sushi essen. Diesmal waren wir eine sehr große Gruppe und einige Leute waren dabei, die Sushi zum ersten Mal probiert haben, deswegen haben wir auch ein total schönes Sushilokal ausgesucht - mit Erfolg, denn keiner war enttäuscht. Nur ich ein bisschen, weil ich gar nicht verstehen kann wie man eingelegten Ingwer NICHT mögen kann... :) Ich war die EINZIGE, die das Zeug mag!!! :) Wo sonst als in der Stirka habe ich den Abend natürlich wieder beendet :)

Gestern hatten wir wieder mal Kulturprogramm und wir haben einen Ausflug nach Puschkin (bzw. Zarskoje Selo - "Zarendorf") gemacht um uns den Katharinenpalast anzusehen. Der war wirklich unglaublich gigantisch und die Parkanlage dazu einfach nur ein Traum!! Ich kann mir gut vorstellen, wie Katharina die Große dort spazieren gegangen ist... Dort befindet sich auch das rekonstruierte Bernsteinzimmer. Als die Nazis 1941 in die Gegend rum um St. Petersburg oder damals noch Leningrad eingefallen sind, haben sie alle Paläste ausgeraubt und unter anderem auch das berühmte Bernsteinzimmer abmontiert und versteckt. Bis heute ranken sich die Gerüchte um dessen Verbleib und ob es jemand wieder gefunden wird steht wohl in den Sternen.
Rechtzeitig zum 300 Jahr Jubiläum der Stadt St. Petersburg 2003 wurde dann das rekonstruierte Bernsteinzimmer (eine russisch-deutsche Zusammenarbeit um die internationalen Beziehungen zu verbessern) eröffnet. Eigentlich darf man dort nicht photographieren, ich hab aber trotzdem ein paar Bilder gemacht, was mir böse Blicke der Aufpasserin eingebracht hat, aber egal :)

Gestern Abend gings dann mit meinen 2 Lieblingsfinnen Pasi und Tero (die zwei sind sooo lustig!!) und Claudia ins Face Cafe um eine Kleinigkeit zu essen und ein bissl vorzuglühen. Später sind wir dann mit vielen anderen von der Uni zur Ermitage gelaufen, denn da befindet sich eine große Brücke, die sich dann pünktlich um 20 vor 1 geöffnet hat! Nachdem gings dann ab in einen Club - Club Jasmin. Klingt genauso komisch wies dann auch war. Ein typisch russischer Club mit ziemlich schlechter Musik... Das einzige gute an dem Club war, dass man gemütlich sitzen hat können und die Getränke ziemlich billig waren :) in der früh gings dann mal heim, trotzdem wirds wohl das letzte Mal gewesen sein, dass ich dort war. Da gibts viiiiel bessere Clubs in SPB :)

Tja heute gehts weiter mit dem Fortgehmarathon, was soll man auch anderes tun am Wochenende :P

bis bald,
liebe grüße,
manu

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Muss ich ja gleich mal einen Kommentar hinterlassen :-) und na endlich!!!!! :-)
Das war´s schon wieder. Wollte nur mal kurz testen.
LG
Tamara

Manu Wolfmayr hat gesagt…

:) ja jetzt funktionierts endlich :) freu mich immer wenn ich von dir höre und jetzt kannst du auch meine Antworten lesen ;) bussi!