Samstag, 12. Dezember 2009

Russischer Winterzauber...

Gestern hat es angefangen ein wenig zu schneien und ein wenig davon ist sogar liegen geblieben, sodass jetzt fast die ganze Stadt wie unter einer dünnen Schicht Staubzucker liegt. Die eher milden Temperaturen bei ca. -3 Grad sorgen dafür, dass es nicht zu Matsch wird und mit Spannung erwarten wir jetzt alle den richtigen Winter. :) Innerhalb der nächsten Woche solls mal so richtig abkühlen auf -15 Grad, aber das will ich erst mal mit eigenen Augen sehen bzw. spüren, denn Wetterfröschen kann man hier in Russland ebenso wenig trauen wie in Österreich. Meine Freunde in Moskau haben da schon eine kürzere Schonfrist, bei denen solls schon am Montag bis zu -22 Grad haben... Die Abwesenheit von Christkindlmärkten, bei denen man sich mit einem guten Glühwein, Punsch oder Raclettebrot aufwärmen kann, macht das ganze hier noch ein wenig schwerer. Aber ein Gutes hat das kalte Wetter allerdings - die Aussichten die Sonne wieder einmal zu sehen stehen besser, je kälter es ist.

St. Petersburg liegt schon so weit im Norden, dass es zwar hell wird unter Tags, aber irgendwie auch wieder nicht. Dieses Wetter ist sehr schwer zu beschreiben, aber mir kommt es manchmal so vor, als ob es nur hell wäre, weil sie weiße Wolken vor eine ewige Nacht geschoben haben. Zwischen 3 und halb 4 nachmittags wirds dann sehr schnell dunkel, die Wolken verschwinden, das dämmerartige Licht auch, und die Straßen- bzw. Gebäudebeleuchtung setzt ein. Dies entschädigt ein wenig für die Abstinenz des Tageslichtes, denn Petersburg entfaltet seinen Charme besonders nachts.



Gestern war ich im Ballett und habe mir "Schwanensee" von Tschaikovskij zu Gemüte geführt. Dank meines fabelhaften russischen Studentenausweises bekam ich 50% Rabatt auf die Karten und saß in der 9. Reihe Parkett für nur 20 Euro :) Die russische Balletttradition ist eine lange und große und die Russen sind berühmt dafür die besten Tänzer zu haben und es war echt ein bezaubernder Abend mit wunderbarer Musik und hervorragenden Darstellungen. Wir haben es so sehr genossen, dass wir beschlossen haben in der nächsten Woche auch noch in den "Nussknacker" zu gehen. Den hab ich zwar schon mal in der Wiener Oper gesehen, aber auf die russische Inszenierung bin ich schon sehr gespannt! :)



Den heutigen Nachmittag hab ich damit verbracht mit vor Staunem offenen Mund durch das russische ethnographische Museum zu wandeln und die vielen Exponate zu bestaunen. Prinzipiell ist es ein Museum der Völker Russlands, von denen es ja sehr viele gibt, aber auch verschiedene periodische Ausstellungen. Besonders schön waren die vielen verschiedenen Trachten und Schnitzereien aus Rentiergeweih oder Stoßzähnen von Walrössern, die mit viel Kunstfertigkeit und großen Handwerk angefertigt wurden.



so das wars wieder mal für heute,
euch allen ein schönes restliches Wochenende!

Liebe Grüße,
Manu :)

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