Dienstag, 10. November 2009

Moskaubericht die Zweite ;)

aaaalso ich war mal in Moskau an einem Tag an dem alles zu hatte und das war.... genau - letzten Samstag! :) An diesem Tag war nämlich ein Feiertag in Russland - der Tag der Oktoberrevolution! (jaja OKTOBERrevolution im November, die Russen haben ja bis 1918 den Julianischen Kalender verwendet und da gibts einen kleinen Zeitunterschied von 13 Tagen, also ist dieser Tag jetzt im November und nicht mehr im Oktober)! Deswegen gabs also auf dem Roten Platz eine große Parade, die wir leider nicht wirklich gut mitansehen konnten, da der Zugang zum Platz aus Sicherheitsgründen verboten war, aber am Tag vorher konnten wir ein Photo machen von der Ehrentribüne



Naja auf jeden Fall sind an diesem Tag weiß nicht wieviele Hunderte von russischen Soldaten jeglicher Abteilung in traditionellen und modernen Uniformen in einer Parade über den Platz marschiert und der kleine Teil, den ich verbotenerweise durchs Fenster eines Geschäftes mitansehen konnte, war schon sehr beeindruckend. Ein paar Meter weiter am Platz der Revolution gab es dann eine große Bühne und Veranstaltung von alten und neuen Kommunisten, die diesen in ihrer Geschichte wichtigen Tag feierten.



also mit Sightseeing rund um Kreml und Roten Platz war also nichts, also haben wir beschlossen in eine der berühmtesten und umfangreichsten Galerien Russlands zu fahren - in die Tretjakov-Galerie. Pavel Tretjakov war ein wichtiger und sehr emsiger Kunstsammler im 19. Jahrhundert und die Sammlung beherrbergt heute mehr als 140.000 Kunstwerke. Lustig wars auch wieder mal beim Kartenkauf. Mit unseren russischen Studentenausweisen kommen wir ja überall um einiges günstiger rein, aber manchmal gibt es gesonderte Preise für russische Studenten an russischen Unis und ausländische Studenten an russischen Unis, so wie auch in der Tretjakov-Galerie, aber blöd wär ich ja wenn ich da rausposaune, dass ich Ausländerin bin, also hab ich einfach nur meinen Studiausweis und das passende Kleingeld hingeschmissen und auch mein 70 Rubel Ticket (ca. 1,20 - 1 Euro 20 cent) :) bekommen, so wie auch die 2 nach mir, aber nachdem dann noch jemand mit einem komischen Namen gekommen ist, hat die Babuschka, die mit den Karten dealt, es nicht mehr durchgehen lassen und die restlichen von uns mussten den doppelten Preis zahlen... ja so ist das halt hier, ziemlich verrückt und man kann nie sagen wie es einem ergehen wird... :)

Das Abendprogramm war auch ziemlich cool, weil mein russischer Freund Kirill hat mich in 2 coole Lokale Moskaus entführt - einmal in eine kleine unterirdische Bar und danach zu einem Konzert einer geilen russischen Klezmerband. Video gibts natürlich schon online auf Picasa! :) Getanzt haben wir fast die ganze Nacht :)

Am letzten Tag starteten wir den dritten und letzten Versuch den Kreml einen Besuch abzustatten, aber wieder einmal waren wir der Laune der russischen Organisation ausgesetzt und es war zufällig ein Tag, an dem nur geführte, vorangemeldete Gruppen Zutritt hatten... aber dafür schafften wir es ins Leninmausoleum. Lenin, einer der wichtigsten Politiker Russlands und bekam seine letzte, ewige Ruhestätte am Roten Platz in einem eigens für ihn gebauten Mausoleum.



Nach einer strengen Sicherheitskontrolle (keine Kameras und Photohandys) darf man GRATIS in das Mausoleum hinein, aber drinnen darf man nicht stehenbleiben, man muss die ganze Zeit weitergehen, während man die mumifizierte und wächsern wirkendende Leiche Lenins anstarren kann. Dass man auch wirklich nicht stehenbleibt und keinen Blödsinn baut, dafür sorgen die ca. 10 finster dreinguckenden Wachmänner, die in diesem winzigen Raum in jeder Ecke stehen. Tja ziemlich morbid das ganze, eine Leiche anzustarren. So hätte es sich Lenin sicher nicht vorgestellt, aber gut, Verehrung geht sehr weit...

Den Sonntag haben wir gemütlich mit meinen Moskauer Freunden in einer Bar ausklingen lassen bis dann um 20:20 der Zug zurück nach Petersburg abgefahren ist. Einen kleinen unschönen Zusammenstoß mit unserer Waggonlady hat es gegeben, denn wir haben eines unserer Betten mit einem Russen getauscht, damit er näher bei seiner Familie sein kann und wir alle näher beisammen, denn wir waren auf den ganzen Waggon verteilt. Auf jeden Fall hat das die Lady mitgekriegt und uns ziemlich zur Sau gemacht, dass wir hier nichts zu tauschen haben und sie hier die Chefin ist. Basta! Die ist ziemlich in die Luft gegangen, aber ich hab das ganz gut gelöst und einfach vorgegeben sie nicht zu verstehen :) hab meinen besten österreichischen Akzent ausgepackt und ein "Nix verstehen" aus dem Ärmel gekramt :D aber das Lachen hab ich mir schon verkneifen müssen; blöde Kuh... wollt sich auch nur wichtig machen, denn eigentlich is es ja vollkommen wurscht, wer wo schläft...
Um 5:00 früh war dann Ankunft in Petersburg und da die Metro ja erst um halb 6 zu arbeiten beginnt haben wir uns dann mal zu Fuß auf den Weg heim gemacht, wo ich noch ein lustiges Plakat gefunden hab und gleich mal geknipst hab. Hier wird für die Sauberkeit der Stadt Petersburg geworben und darauf hingewiesen, dass Hunde nicht überall hinmachen sollten. Eine ähnliche Aktion gab es in Wien auch vor einem Jahr.



"Und wo verrichtet ihr Hund sein Geschäft?" :)

lg!

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Komisch... irgendwie les ich bei deinen Posts immer nur: Saufen, saufen, saufen! ;)